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Knigge für alle

So glänzen Sie mit Ihrem Small Talk in jeder Runde

Die ideale Grundlage für jeden Small Talk ist eine gute Allgemeinbildung. Sollte es da bei Ihnen hapern, müssen Sie nicht gleich verzweifeln. Nicht nur das Lernen, auch die Bildung - für beides ist man übrigens nie zu alt - hängt stark vom persönlichen Interesse ab. Wissen gründet auf Wissbegierde. Ist die vorhanden, lernt und behält es sich leichter. Der große Knigge empfiehlt Ihnen Informationsquellen, die Sie ohne großen Aufwand für Ihren Small Talk anzapfen können:

Small Talk-Quelle Tageszeitung

Lesen Sie eine Tageszeitung? Ein dankbares Small-Talk-Thema finden Sie häufig auf den letzten Seiten, unter Rubriken wie "Panorama", "Aus aller Welt", "Vermischtes". Auch die Wochenendbeilagen und der - bei den größeren Zeitungen - einmal wöchentlich erscheinende Reiseteil sowie die Sparten "Wissen" oder "Wissenschaft" bergen üppigen Konversationsstoff.

Ein weiterer Tipp: Kaufen Sie sich einmal im Monat ein Stadtmagazin: Das verbindet nützliche Veranstaltungshinweise mit Beiträgen über ein aktuelles regionales Thema. In Köln wird die "StadtRevue" feilgeboten, in Wien der "Falter", im Ruhrgebiet "Marabo", in Hamburg "Szene Hamburg", in Berlin "TIP" und in München "IN München".

Small Talk-Quelle Radio und Fernsehen

Welchen Radiosender hören Sie? Zwischen Aufstehen und dem Weg zur Arbeit bleibt doch meist etwas Zeit, sich zu informieren. Über den Deutschlandfunk beispielsweise. Nicht minder breit gefächert ist das Programm bei Qualitäts-Regionalsendern wie WDR 5, Hessen 1, NDR Info, Bayern 5 oder SWR 2. Ein halbe Stunde morgens verschafft bereits einen recht guten Überblick. Quizsendungen im Fernsehen sind weniger ergiebig: Der Zeitaufwand und das vermittelte Wissen stehen in keinem Verhältnis. Da lohnt sich eher eine Dokumentation in den Dritten Programmen, auf arte oder auf 3sat. Eine Quizsendung bietet aber sehr wohl Gesprächsstoff, weil so viele Menschen sie sehen und dadurch häufig eine Gemeinsamkeit zwischen Gesprächsteilnehmern entsteht.

Small Talk-Quelle Internet>/b>

Machen Sie eine Nachrichten-Domain zu Ihrer Internet-Startseite: In Frage kommen die Online-Ausgaben der überregionalen Tageszeitungen, der "Zeit" ( www.zeit.de) oder eines Nachrichtenmagazins, etwa www.spiegel.de.

Geheimtipp für Ihren Small Talk

Wie wäre es mit einem Web-Newsletter, der einem jeden Tag ein spezielles Small Talk-Thema liefern würde? Tatsächlich gibt es ihn schon. Er erscheint jeden Werktag und wird Ihnen sogar kostenlos geschickt. Anmelden können Sie sich auf der Internet-Seite www.small-talk-themen.de.

Weiteres Material für die lockere Konversation finden Sie im großen Knigge. Dort geben ausgewiesene Experten Ratschläge für Small Talk-Neulinge und Fortgeschrittene.
23.3.11 12:54


So glänzen Sie mit Ihrem Small Talk in jeder Runde

Die ideale Grundlage für jeden Small Talk ist eine gute Allgemeinbildung. Sollte es da bei Ihnen hapern, müssen Sie nicht gleich verzweifeln. Nicht nur das Lernen, auch die Bildung - für beides ist man übrigens nie zu alt - hängt stark vom persönlichen Interesse ab. Wissen gründet auf Wissbegierde. Ist die vorhanden, lernt und behält es sich leichter. Der große Knigge empfiehlt Ihnen Informationsquellen, die Sie ohne großen Aufwand für Ihren Small Talk anzapfen können:

<b> Small Talk-Quelle Tageszeitung</b>

Lesen Sie eine Tageszeitung? Ein dankbares Small-Talk-Thema finden Sie häufig auf den letzten Seiten, unter Rubriken wie "Panorama", "Aus aller Welt", "Vermischtes". Auch die Wochenendbeilagen und der - bei den größeren Zeitungen - einmal wöchentlich erscheinende Reiseteil sowie die Sparten "Wissen" oder "Wissenschaft" bergen üppigen Konversationsstoff.

Ein weiterer Tipp: Kaufen Sie sich einmal im Monat ein Stadtmagazin: Das verbindet nützliche Veranstaltungshinweise mit Beiträgen über ein aktuelles regionales Thema. In Köln wird die "StadtRevue" feilgeboten, in Wien der "Falter", im Ruhrgebiet "Marabo", in Hamburg "Szene Hamburg", in Berlin "TIP" und in München "IN München".

<b> Small Talk-Quelle Radio und Fernsehen</b>

Welchen Radiosender hören Sie? Zwischen Aufstehen und dem Weg zur Arbeit bleibt doch meist etwas Zeit, sich zu informieren. Über den Deutschlandfunk beispielsweise. Nicht minder breit gefächert ist das Programm bei Qualitäts-Regionalsendern wie WDR 5, Hessen 1, NDR Info, Bayern 5 oder SWR 2. Ein halbe Stunde morgens verschafft bereits einen recht guten Überblick. Quizsendungen im Fernsehen sind weniger ergiebig: Der Zeitaufwand und das vermittelte Wissen stehen in keinem Verhältnis. Da lohnt sich eher eine Dokumentation in den Dritten Programmen, auf arte oder auf 3sat. Eine Quizsendung bietet aber sehr wohl Gesprächsstoff, weil so viele Menschen sie sehen und dadurch häufig eine Gemeinsamkeit zwischen Gesprächsteilnehmern entsteht.

<b> Small Talk-Quelle Internet</b>

Machen Sie eine Nachrichten-Domain zu Ihrer Internet-Startseite: In Frage kommen die Online-Ausgaben der überregionalen Tageszeitungen, der "Zeit" ( www.zeit.de) oder eines Nachrichtenmagazins, etwa www.spiegel.de.

<b> Geheimtipp für Ihren Small Talk</b>

Wie wäre es mit einem Web-Newsletter, der einem jeden Tag ein spezielles Small Talk-Thema liefern würde? Tatsächlich gibt es ihn schon. Er erscheint jeden Werktag und wird Ihnen sogar kostenlos geschickt. Anmelden können Sie sich auf der Internet-Seite www.small-talk-themen.de.

Weiteres Material für die lockere Konversation finden Sie im großen Knigge. Dort geben ausgewi
23.3.11 12:49


Hotelknigge - Dürfen Sie Ihre Getränke im Supermarkt kaufen?

was darf ein Hotelgast und was darf er nicht? Auf zahlreiche, typische Fragen bietet der "Hotelverband Deutschland" neuerdings Antworten. Etwa: Darf sich der Hotelgast guten Gewissens mit Getränken aus dem Supermarkt versorgen? Die Empfehlung des Hotelverbandes lautet: Nein.

In Hotelzimmern gelten andere Gepflogenheiten als in Ferienappartements. Zu den Spielregeln im Hotel gehört, keine Getränkedosen oder Snacks aus dem Supermarkt ins Hotelzimmer zu schmuggeln. Ein Fauxpas wäre es, die Minibar auszuräumen und stattdessen die eigenen Getränke zu kühlen. Ist keine Minibar vorhanden, bestellen Sie kühle und frische Getränke beim Zimmerservice.

Auch einem schlechten Frühstücker ist es nicht gestattet, sich beim Frühstücksbüffet ein Brötchen für unterwegs zu schmieren. Es gilt die Spielregel: Lebensmittel verbleiben im Restaurantbereich.
9.5.10 12:33


So senden Sie mit Ihrer Körpersprache positive Signale

"Gott schenkt dir das Gesicht, lächeln musst du selber", lautet ein irisches Sprichwort. Bevor Sie den Mund öffnen, um zu reden, bemühen Sie sich am besten um einen freundlichen Blick und eine offene Haltung. Mimik und Gestik sind die ersten Türöffner der Kommunikation: Es gibt kein einfacheres, direkteres und schnelleres Mittel als die Körpersprache, um ein Ihnen noch unbekanntes Gegenüber für Ihre Person positiv einzunehmen:

Ausstrahlung durch Körpersprache

Konzentrieren Sie sich darauf, mit Ihrer Körpersprache selbst positive Signale auszusenden. Das erreichen Sie schon mit ein paar wenigen Schritten:
a.. Schauen Sie freundlich, lächeln Sie - aber ohne zu grinsen!
b.. Achten Sie auf eine offene Körpersprache. Vor der Brust verschränkte Arme sind daher nicht zu empfehlen, und sei es noch so bequem!
c.. Halten Sie Ihre Arme in Taillenhöhe locker vor dem Körper, so dass sich die Fingerspitzen leicht berühren.
d.. Suchen Sie Blickkontakt!

Zur Körpersprache gehört, dass Sie den Blickkontakt halten

In einem Gespräch ist es wichtig, mit dem Gegenüber in Blickkontakt zu bleiben. Manche Menschen - nicht nur die Schüchternen - haben damit ihre Probleme: Sie mögen es nicht, fixiert zu werden oder anderen permanent in die Augen zu starren. Andererseits fühlt sich der Gesprächspartner zu Recht missachtet, wenn sein Gegenüber wegschaut. Der goldene Mittelweg sieht so aus: Konzentrieren Sie sich bei Ihrem Blick auf einen Punkt in der Mitte der Nasenwurzel Ihres Gegenübers, etwas über Augenhöhe. Dann hat Ihr Gesprächspartner den Eindruck, Sie hielten Blickkontakt.

Die Körpersprache Ihres Gegenübers

Deuten Sie die Körpersprache und vor allem die Blicke Ihres Gegenübers, und Sie kennen deren Gedanken und Gefühle - und können sofort darauf reagieren:
a.. Die Augen weiten sich = Erstaunen: Ihr Gesprächspartner möchte über das eben Gehörte weitere Informationen von Ihnen erhalten.
b.. Ein Auge wird zugekniffen = Misstrauen: Ihr Gegenüber glaubt, dass Sie ihm etwas vorenthalten. Er möchte die ganze Wahrheit erfahren.
c.. Geschlossene Augen = Überforderung: Ihr Gesprächspartner möchte auch mal entspannen, oder er braucht eine Pause.

Was Sie unbedingt noch über Körpersprache wissen sollten

Nicht alle Gesten werden gleich interpretiert. Zeichen, die mit den Armen gemacht werden, können international durchaus verschiedene Bedeutung haben. Nur wenige Gesten gelten universell: etwa die Bettelgeste durch das Ausstrecken der nach oben geöffneten Hand, die Drohgebärde der erhobenen Faust, das Zeigen mit einem Finger auf eine bestimmte Sache. Beim Bejahen beziehungsweise beim Verneinen einer Frage werden weltweit Köpfe geschüttelt oder es wird genickt. Doch Achtung: Dies geschieht - selbst in Europa - häufig mit exakt entgegengesetzter Bedeutung von der unsrigen!
4.10.08 18:26


Welche Fettnäpfchen beim Vorstellen lauern und wie Sie diese umgehen

im Privatleben gelten beim Vorstellen folgende Regeln: Jüngere werden älteren Personen und Herren werden Damen vorgestellt. Im Berufsleben gilt unabhängig von Alter und Geschlecht: Die niederrangige Person wird der auf der Hierarchieleiter weiter oben stehenden vorgestellt. Doch wie handhaben Sie es mit dem Vorstellen, wenn Sie in Begleitung sind und Ihren Chef privat treffen? Eine andere, nicht minder unangenehme Situation ergibt sich bei der Selbstvorstellung: Wenn Sie zu einer Gruppe stoßen und niemand mit dem Vorstellen beginnt, müssen Sie es selbst tun.

Das Vorstellen in gemischten beruflich-privaten Situationen
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Eine berufliche Begegnung auf privatem Parkett entschärfen Sie, indem Sie sofort die Initiative ergreifen und zu Ihrem Chef sagen: "Wie schön, dass wir uns treffen, so kann ich Sie mit meiner Frau bekannt machen." Fahren Sie fort, indem Sie sich an Ihre Begleitung wenden: "Eva, ich habe dir schon viel von meinem Chef, Herrn Adamek, erzählt ... "
Streng genommen ist es richtig, nach privaten Regeln vorzugehen: Die Dame erfährt, wer der ihr unbekannte Herr ist. Der große Knigge empfiehlt in dieser besonderen Situation, das Hierarchiedenken nicht am Firmentor abzulegen. Chef bleibt Chef - Büro hin, Biergarten her. Sie können Ihrer Frau anschließend sofort Ihr Dilemma erklären und sich für den vermeintlichen Fauxpas beim Vorstellen entschuldigen. Gegenüber Ihrem Chef haben Sie diese Chance vermutlich nicht.

Wenn Sie sich selbst vorstellen müssen


Das "Gestatten Sie" bei der Selbstvorstellung ist ein Relikt längst vergangener Zeiten. Fragen Sie stattdessen die Gruppe, zu der Sie stoßen: "Darf ich mich selbst vorstellen?" Oder sagen Sie bei der Selbstvorstellung einfach: "Ich möchte mich gern vorstellen."

Typische Fehler bei der Selbstvorstellung

Die Selbstvorstellung als "Frau Müller" oder "Herr Müller" ist inzwischen ebenfalls überholt. Wenn Sie sich vorstellen, nennen Sie den Vor- und Zunamen: "Mein Name ist Johanna Müller" oder "Mein Name ist Joachim Müller." Zur Persönlichkeit - das ist eine goldene Regel bei der Selbstvorstellung - gehört der vollständige Name.
Wer bei der Selbstvorstellung die Kurzform seines Vornamens angibt, läuft Gefahr, weniger ernst genommen zu werden. Namen wie Sebastian, Franziska, Susanne oder Michael wirken in der Komplettform wesentlich seriöser als die Kosenamen Basti, Franzi, Susi oder Michi. Menschen, die sich in der Kurzform präsentieren, haben es nach einer solchen Selbstvorstellung viel schwerer, sich in Zukunft Respekt zu erwerben.
17.9.08 15:46


Wie Sie mit einer stilvollen Beschwerde zu Ihrem Recht kommen

eine Beschwerde oder Reklamation bringt ja doch nichts ein, stellen Sie mitunter resignierend fest. Vor allem dann, wenn Sie es mit einem der üblichen Verdächtigen zu tun haben: dem wegen seiner Kundenunfreundlichkeit berüchtigten Transportunternehmen, dem geldgierigen Versorgungsbetrieb, dem unflexiblen Ex-Monopolisten oder der geizigen Assekuranz. Doch bei Beschwerden macht der Ton die Musik: Sie dürfen nicht zu aggressiv vorgebracht werden und auch nicht zu kompliziert geschrieben sein. Als Ziel sollten Sie einen Konsens anstreben, mit dem beide Seiten leben können.

Welche Form der Beschwerde ist besser: mündlich oder schriftlich?

Manche greifen bei einer Beschwerde sofort zur Feder. Bevor Sie sich zu einem Brief entschließen, überlegen Sie bitte: Wäre in diesem Fall ein Gespräch nicht besser als eine schriftliche Reklamation? Bei einem geringfügigen Anlass wirkt eine schriftliche Beschwerde schnell überzogen. Auch wenn ein Ärgernis erstmalig auftaucht, ist es in vielen Fällen angebrachter, das Problem anzusprechen. Eine schriftliche Reklamation empfiehlt sich, wenn

a.. das klärende Gespräch nichts gebracht hat,
b.. Sie anderen durch Ihren Brief den gleichen Ärger ersparen können,
c.. Sie Ihre Emotionen in der schriftlichen Beschwerde besser im Zaum halten als im Gespräch,
d.. Sie auf eine sehr sorgfältige Wortwahl achten müssen,
e.. Sie schüchtern sind oder Angst haben, totgeredet zu werden,
f.. einen Beleg für die weitere Verfolgung der Angelegenheit benötigen.

Das muss in Ihre schriftliche Beschwerde hinein

Achten Sie beim Abfassen Ihrer Reklamation unbedingt darauf, dass diese folgende Details enthält:

a.. den Vertragsgegenstand: Beschreiben Sie, welches Produkt Sie wann und bei welchem Verkäufer erworben haben;
b.. die Beschreibung des Mangels: Schildern Sie kurz und präzise, worin der von Ihnen beanstandete Fehler liegt;
c.. die Geltendmachung Ihres Anspruchs: Teilen Sie dem Empfänger mit, welches Recht Sie bei Ihrer Reklamation geltend machen: die so genannte Nacherfüllung (Reparatur oder Austausch) oder - falls dies nicht geleistet wird - die Kaufpreisminderung oder den Rücktritt vom Kauf;
d.. die Fristsetzung: Setzen Sie Ihrem Ansprechpartner eine Frist für die Erfüllung seiner Pflichten.

Schreiben Sie Ihre Beschwerde höflich - und wirkungsvoll

In der Sache klar und fest, im Ton verbindlich und höflich: So hat Ihre Beschwerde oder Reklamation die größte Aussicht auf Erfolg. Bedenken Sie im Vorfeld die folgenden Punkte, empfiehlt der große Knigge:

a.. Beschweren Sie sich nie spontan. Denken Sie nach und legen Sie sich Ihre Formulierungen zurecht, bevor Sie zum Telefon greifen. Schicken Sie eine schriftliche Reklamation nie sofort ab. Überschlafen Sie die Angelegenheit, und prüfen Sie danach Ihre Formulierungen.
b.. Halten Sie sich an die Grundsätze der Höflichkeit: verbindliche Anrede und Gruß; bitten statt befehlen; keine Beleidigungen oder gar Drohungen!
c.. Gehen Sie, wenn eben möglich, zu Beginn auf Positives ein.
d.. Beschreiben Sie den Sachverhalt konkret, statt zu verallgemeinern.
e.. Unterbreiten Sie Lösungsvorschläge und teilen Sie Ihr Ziel mit. Welcher Kompromiss käme für Sie in Frage?
f.. Richten Sie Ihre Beschwerde an die richtige Stelle.
g.. Wenden Sie sich nur dann an Vorgesetzte, wenn Ihre Reklamation nichts eingebracht hat.
3.9.08 13:01


Empfehlenswerte Abkürzungen und solche, die keinen Sinn ergeben

so kurz wie möglich, so lang wie nötig: So lautet eine goldene Regel in der Korrespondenz. Davon ausdrücklich ausgenommen sind Abkürzungen. Diese stehlen mehr Zeit, als sie einbringen - denn oft bereiten sie dem Empfänger einer Nachricht Kopfzerbrechen und bescheren ihm eine lange Suche nach der Bedeutung des Kürzels. Allein der Duden (Wörterbuch der Abkürzungen) führt 40 000 allgemein gebräuchliche Kürzel auf - zu viele, um die Bedeutung jedes einzelnen zu kennen. Daher gilt für die schriftliche Kommunikation: Wer viele Abkürzungen benutzt, schadet seinem Stil.

Ihr Empfänger muss die Abkürzungen verstehen, die Sie verwenden

Verwenden Sie Abkürzungen nur, wenn Sie ganz sicher sind, dass Ihr Empfänger diese auch versteht. Vor allem ausländische Kürzel - etwa "asap" = "as soon as possible" sind für viele Adressaten böhmische Dörfer. Generell sollten Sie Abkürzungen nur im firmeninternen Schriftverkehr oder in Listen und Tabellen verwenden. Ein Text mit Kürzeln bewegt sich nicht nur nahe der Unhöflichkeitsgrenze, sondern birgt auch die Gefahr von Missverständnissen. Auch im Deutschen sollten Sie Abkürzungen - wenn immer möglich - vermeiden. Statt "z.B." können Sie "beispielsweise" oder "etwa" einsetzen; "usw." sollten Sie nicht inflationär verwenden und lieber ausschreiben.

Weitere Abkürzungen, die einfach unhöflich sind

Vornamen mit einem Buchstaben abkürzen, ist eine Unsitte. Schreiben Sie die Namen aus. Benutzen Sie auch keine Kurzformen von Verbänden, Organisationen, Kongress- und Veranstaltungstiteln. So vermeiden Sie Missverständnisse. Das häufig missbrauchte "MfG" sowie die vielfach in E-Mails verwendeten "lg" = "liebe Grüße" sind ebenfalls in jeder Korrespondenz tabu. Stattdessen sollte Ihr Brief - und auch Ihre Mail - mit ausgeschriebenen freundlichen Grüßen enden. Ein solcher Schluss ist herzlich - und nicht bloß eine Floskel. Auf das berüchtigte "u.A.w.g." sollten Sie ebenso verzichten. Besser schreiben Sie in Ihrer Einladung: "Bitte geben Sie uns bis zum ... Bescheid, ob Sie dabei sein werden."

Abkürzungen, die Sie benutzen dürfen

Auf Abkürzungen, die jeder versteht, dürfen Sie zurückgreifen. Ein gebräuchliches Kürzel ist "usw.": Niemand würde "und so weiter" schreiben. Das gleiche gilt für "d. h." statt "das heißt". Auch beim Länderkürzel "USA" weiß jeder, was gemeint ist. Alternativ können Sie aber auch "Vereinigte Staaten" schreiben. Das kurze "PS" für "Post Scriptum" ist ebenfalls erlaubt - als wirkungsvoller Hinweis, um die lesende Person auf etwas aufmerksam zu machen. Missverständliche Abkürzungen wie "o.a.", "s.o." oder "u. U." sind in der geschäftlichen Korrespondenz allerdings fehl am Platz. Statt "z. H." schreiben Sie einfach den Namen des Empfängers.

Wenn Sie Abkürzungen lesen, die Sie nicht kennen

Was tun Sie, wenn in einem Brief Kurzformenen enthalten sind, die Sie nicht kennen? Schlagen Sie im Duden - siehe oben - nach! Eine noch bequemere Entschlüsselung bietet Ihnen eine Website im Internet: www.abkuerzungen.de: einfach das Kürzel eingeben, und Ihnen wird sofort die ausgeschriebene Entsprechung geliefert - bei fremdsprachlichen Abkürzungen sogar mit deutscher Übersetzung. Die Seite kennt selbst die Bedeutung von "Aküfi": "Abkürzungsfimmel"!
30.7.08 13:54


Wann müssen Gäste die Schuhe ausziehen?

dürfen Gastgeberinnen und Gastgeber von ihren Gästen erwarten, dass sie beim Betreten der Wohnung oder des Hauses die Schuhe ausziehen?


Nein, denn in Deutschland gehören die Schuhe zum Outfit dazu. Sie werden nicht ausgezogen und es ist unüblich, dies von den Gästen zu erwarten. Ersparen Sie Ihren Gästen die unangenehme Wahl zwischen kalten Füßen und abgelegten Hauspantoffeln.

Sorgen Sie sich, dass der empfindliche Parkettboden beschädigt werden könnte? Dann warnen Sie Ihre Gäste wenigstens vor, wenn Sie die Einladung aussprechen. Peinlichkeiten wie löchrige Socken oder ungepflegte Füße bleiben aus. Die Gäste können vorsorgen und eigene Hausschuhe oder dicke Socken mitbringen.
19.6.08 17:41


So drücken Sie Ihr Beileid aus

Beileidsschreiben, die Trost schenken und frei von Peinlichkeiten sind

wenn jemand gestorben ist, wäre das Stilloseste, das Sie tun können, gar nicht zu reagieren: Lassen Sie die Hinterbliebenen nicht allein! Erinnern Sie sich daran, wie es Ihnen ging, als Sie einen geliebten Menschen verloren haben: Was hat Ihnen da geholfen? Was spendete Ihnen Trost? Die ersten Beileidsbekundungen sind die wertvollsten, da jeder Betroffene sich nach Beistand und Trost sehnt. Da hilft es zu wissen, dass auch andere den geliebten Menschen vermissen und um ihn trauern.

Ihr Beileid muss Ihren echten Gefühlen entsprechen

Verzichten Sie in Ihrem Kondolenzbrief auf jegliche Theatralik. Die Bekundung Ihres Beileids sollte mitfühlend, doch nicht herzzerreißend formuliert sein. Andererseits dürfen Sie sich nicht hinter Floskeln wie "... möchten ich Ihnen zum Tod Ihrer Frau mein Beileid bekunden" verstecken. Formulieren Sie lieber Ihre Gefühle! Persönliche Worte trösten mehr als Standardformulierungen. Haben Sie also keine Scheu, in Ihrem Kondolenzbrief aufrichtig zu schildern, was Sie fühlen - mit einfachen Worten statt geschraubten Formulierungen. Sagen Sie, dass Sie die verstorbene Person mochten und den Verlust als schmerzlich empfinden.

So formulieren Sie Ihr Beileid

"Aufrichtige Anteilnahme" und "Herzliches Beileid": Das sind die üblichen Äußerungen in Kondolenzbriefen. Sie sind auf vielen Trauerkarten bereits vorgedruckt. Ihr großer Nachteil: Mancher empfindet solche Beileidsbekundungen als Floskel. Der Große Knigge empfiehlt, Ihren Kondolenzbrief wie folgt aufzubauen:

a.. Einstieg: "Gestern habe ich vom Unfalltod Ihrer Tochter erfahren. Ich kann mir vorstellen, was für ein Schock diese Nachricht für Sie war. Ich bin selbst bestürzt."
b.. Mittelteil: "Auch wenn ich wenig tun kann, um Ihren Schmerz zu lindern, so möchte ich Sie doch wissen lassen, dass ich an Ihrer Trauer Anteil nehme."
c.. Ausstieg: "Ich wünsche Ihnen viel Kraft, die Zeit der Trauer durchzustehen, aber auch den Mut, sich bald wieder auf das Schöne zurückzubesinnen, das Sie gemeinsam mit Ihrer Tochter erleben durften."
d.. Grußformel: "Mein herzliches Beileid", "In tiefer Verbundenheit", "Mit stillem Gruß".

Achten Sie bei Ihrem Beileidsschreiben auch auf die äußere Form!

Nicht nur auf den Inhalt, auch auf die äußere Form eines Beileidsschreibens müssen Sie größte Sorgfalt verwenden.
Beachten Sie beim Kondolenzbrief folgendes:

a.. Verfassen Sie einen handschriftlichen Beileidsbrief.
b.. Verzichten Sie auf Papier und Kuvert mit schwarzem Rand. Diese Form bleibt ausschließlich den Angehörigen vorbehalten.
c.. Verwenden Sie kein Fensterkuvert und auch kein Kuvert mit farbigem Futter!
d.. Benutzen Sie keine Frankiermaschine, sondern machen Sie den Umschlag mit einer Briefmarke frei.
e.. Auf den Briefbogen gehört keine Anschrift! Sie dürfen auch keine Betreffzeile einfügen.
f.. Schreiben Sie mit schwarzem Stift auf weißem Papier.
g.. Versenden Sie Ihren Kondolenzbrief sofort nach Erscheinen der Todesanzeige - oder sobald Sie von dem Todesfall erfahren haben.
25.5.08 17:31


Müssen Sie alle Mediziner mit „Doktor“ ansprechen?

Da früher fast alle Mediziner promoviert haben, sind viele Menschen der Meinung, dass jeder Arzt automatisch auch ein „Doktor“ ist.
Das stimmt allerdings nicht. Hin und wieder kommt es vor, dass ein Mediziner nach dem Studium nicht promoviert. In diesem Fall besitzt er auch keinen Doktortitel.
Generell gilt: Nur wer einen Doktortitel besitzt, hat ein Höflichkeitsrecht auf die Anrede mit „Doktor“. Viele Patienten reden den Arzt dennoch respektvoll mit „Herr Doktor“ an. Das ist gewiss sehr schmeichelnd, aber nicht erforderlich. Besitzt ein Mediziner nämlich keinen Doktortitel, ist – wie bei allen anderen Studienrichtungen auch – die Namensnennung ausreichend. Zum Beispiel: „Herr Mustermann“.
8.5.08 14:22


Kleiderknigge 2008

Anlässe und Situationen, die Sie mit dem Kleiderknigge 2008 meistern

"Jeder von uns muss sich jeden Tag anziehen", weiß der Modeschöpfer Wolfgang Joop - und muss erkennen: "Das Ergebnis kann bei manchem erschreckend sein." Es ist aber nicht einfach zu entscheiden, was man anziehen soll. Nicht immer steht einem ein Regelwerk zur Verfügung, und manche Fragen tauchen auf, zu denen noch keine Etiketteregeln existieren. Der Große Knigge beantwortet Ihnen mit dem Kleiderknigge 2008 Fragen zu Situationen, in denen Sie dieses Jahr hineingeraten könnten.

Frage 1: Müssen Damen ein langes Abendkleid anziehen?

Nur wenn beim Herrn "Frack" verlangt wird, trägt die Dame das "Große Abendkleid". Sonst gilt auch bei festlichen Anlässen: Das Abendkleid darf kurz sein oder kann, wenn frau kein Kleid anziehen möchte, durch einen eleganten Hosenanzug ersetzt werden.

Frage 2: Muss der Herr sein Jackett schließen?

Es gibt zwei gute Gründe, das Jackett zu schließen:
1.. Es sitzt besser, wenn es geschlossen ist - sein Besitzer sieht so besser aus.
2.. Ein offenes Jackett wird in förmlichen Situationen von vielen Menschen als flegelhaft empfunden.

Frage 3: Darf der Mantel mit an den Tisch?

Nicht in jedem Restaurant ist eine bewachte Garderobe vorhanden. Und nicht immer ist die Garderobe so in Sichtweite, dass Sie diese selbst überwachen können. Dennoch sollten Sie das gute Stück nicht mit an den Tisch nehmen. Er würde nur die Servicekräfte behindern. Bitten Sie den Wirt, Ihren wertvollen Mantel für die Dauer des Essens zu verwahren.

Frage 4: Wo sollten Sie am besten keine Sonnenbrille anziehen?

Sonnenbrillen schützen - und erlauben es dem Träger, sich dahinter zu verstecken: Nicht anziehen dürfen Sie die dunklen Gläser in geschlossenen Räumen, wenn es draußen dunkel ist, wenn Sie in einem Gespräch sind - und wenn Sie fremde Menschen mustern. Blendet Sie die Sonne, fragen Sie Ihr Gegenüber, ob es ihn stört, wenn Sie die Sonnenbrille aufbehalten beziehungsweise anziehen. Oder schlagen Sie vor, die Plätze zu wechseln, sofern es der anderen Person nichts ausmacht.

Frage 5: Darf der Hemdknopf unter der Krawatte offen sein?

Bleibt der Hemdknopf unter der Krawatte geöffnet, zeugt dies nicht von Stil - sondern nur davon, dass das Hemd zu klein geworden ist. Kaufen Sie sich ein neues!

Frage 6: Wie viele Accessoires sollten Sie tragen?

Mehr als zwei auffällige Accessoires zusätzlich zu den Kleidungsstücken, die Sie anziehen, sollten Sie nicht tragen: beispielsweise die Ohrringe und das Seidentuch - oder die teure Armbanduhr und die Sonnenbrille. Aber nicht alles zusammen! Das lenkt nur von Ihrer Persönlichkeit ab.
13.4.08 09:11


Sind Aprilscherze erlaubt?

eine beliebte Tradition: Am 1. April lassen sich Menschen immer neue Geschichten einfallen, denen andere auf den Leim gehen sollen. Und auch viele Redaktionen lassen sich humorvolle Falschmeldungen am 1. April nicht nehmen.

Doch was zeichnet einen guten Aprilscherz aus? Er sollte harmlos sein und keinen ernsthaften Schaden anrichten. Sie sollten sicher sein, dass auch der Hereingelegte darüber schmunzeln kann und dass niemand gekrängt reagiert.

Angeblich geht der Aprilscherz auf das Jahr 1564 zurück. Der französische König Karl IX. führte eine umfangreiche Kalenderreform durch und verlegte den Jahresanfang vom 1. April auf den 1. Januar. Viele Menschen feierten aber - zum Teil aus Unwissenheit - weiter am 1. April. Sie wurden als "Aprilnarren" verspottet und bekamen kleine, nicht ganz ernst gemeinte Geschenke.
Es soll auch ein 1. April gewesen sein, an dem eine junge Unbekannte Heinrich den IV., König von Frankreich, versetzte. Er erschien pünktlich zum heimlichen Rendezvous - doch statt der Unbekannten erwartete ihn sein ganzer Hofstaat im Lustschloss - allen voran seine Ehefrau Maria von Medici, die ihm dankte, der Einladung zum "Narrenball" gefolgt zu sein.
1.4.08 14:47


Ohne Knigge keine Karriere

Warum Knigges Regeln heute noch gültig sind

Adolf Freiherr Knigge verfasste 1788 sein Standardwerk "Über den Umgang mit Menschen". Es hat unzählige Neuauflagen erfahren. Seit einem Jahrzehnt erlebt der nach ihm benannte "Knigge" geradezu eine Renaissance. Warum aber stehen Umgangsformen in unserer immer schnelllebigeren Zeit so hoch im Kurs?

Knigge: Über 200 Jahre alte Regeln sind immer noch up to date

Dass Knigge-Regeln heute noch gültig sind, erklärt ein näherer Blick auf des Freiherrn "Bemerkungen über die Kleidung":
Kleide dich nicht unter und nicht über deinen Stand; nicht phantastisch, nicht bunt; nicht ohne Not prächtig, glänzend und kostbar; aber reinlich, geschmackvoll, und wo du Aufwand machen musst, da sei dein Aufwand zugleich solide und schön.
Zeichne dich weder durch altväterliche, noch jede neumodische Torheit nachahmende Kleidung aus.
Wende eine größere Aufmerksamkeit auf deinen Anzug, wenn du in der großen Welt erscheinen willst.
Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewusst ist, in einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten.

Warum brauchen wir einen Knigge?

Umgangsformen erleichtern unser kompliziertes Zusammenleben, schreibt der große Knigge:
Zeitgemäße Umgangsformen helfen uns, dass Menschen unterschiedlichster Gruppen, Staaten und Kulturen reibungslos miteinander umgehen.
Im Gegensatz zu den locker-lässigen, aber auch anonymen Siebziger und Achtziger Jahren erkennen immer mehr Menschen, dass wir eben doch Spielregeln im Umgang mit Arbeitskollegen, Freunden und auch mit Fremden brauchen.
Auch in der Wirtschaft zählt nicht mehr allein die Qualität der Produkte. Funktionierende Kommunikation verschafft einen Wettbewerbsvorteil.
Soziale Kompetenz ist eine Schlüsselfunktion geworden. Moderne Umgangsformen sollen a) helfen, nicht behindern b) zu natürlichem, nicht steifem Verhalten erziehen c) variabel sein, nicht dogmatisch.

Wer in unserer Gesellschaft kümmert sich um Knigge und Umgangsformen?

In Deutschland befassen sich gleich mehrere Organisationen mit dem Thema Knigge und Umgangsformen:
Der Informationsdienst "Der große Knigge" und die TYP Akademie im hessischen Limburg: Deren Empfehlungen basieren auf den langjährigen Erfahrungen beider Institutionen und auf Profi-Wissen. Ziel ist, auf sture Regeln zu verzichten und Erklärungen zu liefern, warum ein Verhalten empfehlenswert ist oder nicht. Ansätze dafür liefern die Geschichte von Umgangsformen, Statistiken, Studien, Vergleiche.
Der Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI): Das Gremium - mit 21 Mitgliedern aus dem europäischen Ausland, den USA und Deutschland - diskutiert knifflige Fragen rund um das Thema moderne Umgangsformen.
Das Netzwerk Etikette-Trainer International (E.T.I.): Sein Ziel ist, Fachwissen zu bündeln und zu vermitteln. Da es bislang keinen verbindlichen Lehrkanon gibt, setzt sich das Netzwerk für eine Vereinheitlichung grundlegender Etikette-Regeln ein.
Das jüngste Gremium, der Deutsche Knigge-Rat, sieht sich als Ergänzung zu den bisherigen Expertenorganisationen.
10.3.08 10:31


Erst wenn Sie den Dresscode beherrschen, treten Sie stilsicher auf

im beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Umfeld existieren Kleiderregeln, die Sie beachten sollten: der so genannte Dresscode. Tun Sie das nicht, ecken Sie unweigerlich an. Berufliche Nachteile sind die Folge. Die Beherrschung des Dresscodes wird vorausgesetzt, auch wenn Sie die Kleiderregeln selten irgendwo ausgeschrieben finden. Merken Sie sich die wichtigsten Grundsätze, die Ihnen der große Knigge im Folgenden vorstellt:

Jede Branche hat ihren ungeschriebenen Dresscode

Welche Kleiderregeln in Ihrem beruflichen Umfeld gelten, hängt nicht zuletzt von der Branche ab, in der Sie arbeiten. Diese Faustregeln erleichtern Ihnen die Orientierung:
In allen Geldbranchen wie Banken und Versicherungen sind Sie mit Anzug, Krawatte und schwarzen Schuhen richtig gekleidet. Die Kombination aus Sakko oder Blazer und grauer Hose gilt nicht als gleichwertiger Ersatz.
Führungskräfte sollten sich durch Kleidung von ihren Mitarbeitern abheben, selbst wenn es leger zugeht. Im Autohaus trägt der Chef statt Kurzarmhemd ein langärmeliges Oberhemd mit Krawatte, am besten auch noch ein Sakko.
Mitarbeiter sollten nie eleganter daherkommen als ihr Abteilungsleiter.
In modernen Branchen wie Medien, Werbeagenturen oder Mode dürfen Sie schon einmal in Jeans erscheinen. Dann gilt jedoch der Grundsatz: Je lockerer die Aufmachung, desto hochwertiger die Komponenten: Designer-Jeans mit hochwertigem Gürtel, modisches Hemd, gepflegte Schuhe.
Im Kundenkontakt sollte Ihre Kleidung a) signalisieren, dass Sie zum Unternehmen gehören, b) Ihre Funktion erkennen lassen: Der Meister im Autohaus trägt einen Kittel, der Verkäufer für Firmenkunden einen Anzug.

Der Dresscode unterscheidet zwischen "hochoffizieller" und "halboffizieller" Geschäftskleidung"

Der hochoffizielle Kleidungsstil wird - im Unterschied zur halboffiziellen - im Topmanagement von Konzernen, Banken und großen Firmen gepflegt. Was aber bedeutet "hochoffiziell"? Dazu eine Passage aus dem Dresscode einer deutschen Großbank:
Hochoffizielle Geschäftskleidung wird in den Führungsetagen getragen. Die Mitarbeiter 'vor Ort' - also Kundenberater, Kassierer, alle in der Schalterhalle oder in einer kleinen Filiale Beschäftigten - sind mit halboffizieller Geschäftskleidung gut angezogen." Letztere erlaubt Kombinationen, Brauntöne und andere dezente Farben sowie Hemden, die nicht in Uni gehalten sind.

Das tragen Sie, wenn im Dresscode "hochoffiziell" vermerkt ist

Hochoffizielle Geschäftskleidung stellt folgende Ansprüche an Ihre Business-Garderobe:
Der hochoffizielle Anzug weist nicht zwingend Nadelstreifen auf, muss aber klassisch geschnitten sein. Farblich gibt es zu Mitternachtsblau, Dunkelgrau oder Schwarz keine Alternative. Damen tragen diesem Dresscode zufolge ein Kostüm in gedeckter Farbe mit Bluse - oder ein Kleid mit passender Jacke. Rocklänge: knieumspielend.
Anzug oder Kostüm können durch eine Weste komplettiert werden.
Hemd oder Bluse sind klassisch uni - ohne modischen Zierat.
Nackte Beinhaut ist tabu: Nylons für Damen, dunkle Kniestrümpfe statt Socken für Herren, dazu schlichte schwarze Schnürschuhe mit Ledersohle.
Die Krawatte darf nicht zu bunt gewählt werden, das Einstecktuch sollte weiß sein oder zu Hemd und Schlips passen.
Zum Dresscode gehören auch Accessoires: eine Uhr mit Zifferblatt, nicht mit Digitalanzeige; bei Herren: Krawattennadel und Manschettenknöpfe; Damen kommen den Kleiderregeln mit Perlenkette, maximal zwei Ringen, dezentem Ohrschmuck und dezentem Make-Up nach.
2.3.08 17:19


Wohin mit der Handtasche?

Frauen fragen mich oft, wo im Restaurant der richtige Platz für die Handtasche sei. Und auch Männern fällt es oft nicht leicht, einen geeigneten Platz für das Handy, die Geldbörse und den Schlüssel zu finden.

Fest steht: Alle diese Gegenstände haben auf dem Tisch nichts zu suchen. Damen können ihre Handtasche über die Stuhllehne hängen, auf den freien Nachbarplatz legen oder in den Stuhlrücken stellen. Kleine Abendhandtaschen können Sie auch auf den Schoß legen.

Männer haben es bei diesem Thema noch schwerer. Ein Knigge-Trainer berichtete mir einmal von seiner kreativen Idee, das Handy in der Socke zu verstauen und es so – nicht sichtbar – am Körper zu haben. Falls diese Lösung nichts für Sie ist, bitten Sie am besten Ihre Partnerin, es für Sie in der Handtasche zu verwahren.

Wertsachen sollten Sie nicht im Auto verstauen – schließlich ist der PKW kein Tresor. Lassen Sie besser alles, was Sie am Abend nicht benötigen, zu Hause. Ausgebeulte Sakkotaschen gilt es zu vermeiden. Ein kritischer Blick in den Spiegel gibt Auskunft, ob Sie Ihrem Sakko zu viel zumuten.

entnommen aus dem Jaroschs Knigge-Newsletter
26.2.08 16:33


Biografie Adolph Freiherr von Knigge

Knigge ist der Spross einer uradligen, allerdings verarmten Familie, deren Titel "Freiherr" (als einer von wenigen Familien in Deutschland) nicht mehrdas typische "von" mit sich führt. In seinem Geburtsort Bredenbeck am Ostrand des Deistersbesaß bereits um 1338 der Ritter Hermann von Knigge ein Schloss. Mit herzöglicher Erlaubnis wurde es in die mächtigste Wasserburg des Calenberger Landes ausgebaut. Die Burg brannte 1550 ab und wurde nochwehrhafter aufgebaut.
Knigge wuchs in Bredenbeck auf, wo er standesgemäß erzogen wurde. Seine Mutter verstarb, als er 11 Jahre alt war, sein Vater, als er 14 war. Er erbte Schulden in Höhe von 130.000 Reichstaler. Die Gläubiger nahmen das Anwesen unter Zwangsverwaltung und gestanden ihm eine jährliche Rente von 500 Reichstalern zu. Im Alter von 14 Jahren wurde das elterlose Kind durch seinen Vormund nach Hannover zur Erziehung durch Privatunterricht geschickt.
Er studierte von 1769-72 Jura und Kameralistik in Göttingen.
1771 wurde Knigge vom Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel zum Hofjunker und Assessor der Kriegs- und Domänenkammer zu Kassel ernannt.
Dieses Amt bekleidete er nur kurz, weil er sich "durch amtliche und
gesellige Misshelligkeiten unmöglich machte". 1773 erzwang die Landgräfin Maria von Hannover seine Heirat mit ihrem Hoffräulein Henriette von Baumbach, das er kurz zuvor durch den als Scherz gemeinten Diebstahls eines Schuhs bei Hofe bloßgestellt hatte. Knigge zog mit ihr und der 1774 geborenen Tochter Philippine Auguste auf das Gut Baumbach in Nentershausen.
1776 erhielt er eine weitere Anstellung an einem Fürstenhof. Herzog Carl August von Sachsen-Weimar ernannte ihn zum weimarischen Kammerherrn, wo er "als gern gesehener Kurzweilmacher viel am dortigen Hofe verkehrte". Das Dasein eines Höflings war dem Freigeist Knigge aber zuwider, in seinem 1785 abgeschlossenen satirischen Roman Geschichte Peter Clausens goß er Hohn und
Häme über die seiner Meinung nach "erbärmlichsten Hofschranzen" und das ganze "Hofgeschmeisse". Ab 1780 lebte Knigge daher in Frankfurt am Main, um sich seinen schriftstellerischen Projekten und der Arbeit in verschiedenen Logen und Geheimbünden zu widmen. 1783 zog er nach Heidelberg, später ging er nach Hannover zurück, um sich um seine Güter zu kümmern. Von 1790 an lebte er bis zu seinem Tode in Bremen, wo er aus Geldnot das Amt eines Oberhauptmanns der großbritannisch-hannoverschen Regierung übernahm. Ab 1795 fesselten ihn Nervenfieber und Gallensteine ans Bett.

1796 verstarb Knigge vierundvierzigjährig ohne männliche Nachkommen. Der Levester Familienzweig der Knigges wurde Lehnsnachfolger und übernahm die Burg, die heute als Gutshof im Besitz der Familie Knigge steht.

Knigge schloss sich 1773 der Strikten Observanz an, aufgrund seiner begrenzten finanziellen Mittel gelang es ihm allerdings nicht, in den engeren Führunsgzirkel des elitären Ordens aufzusteigen. In Kassel wurde Knigge in die Freimaurerloge Zum gekrönten Löwen aufgenommen. In Hanau war er Mitglied der Loge Wilhelmine Caroline. Als Eques a cygno (lat.: Schwanenritter) korrespondierte er mit deren Führern und mit denen der Rosenkreuzer. Im Dienst der Freimaurerei war er viel auf Reisen. Auf den Konventen der Strikten Observanz in Braunschweig, Wolfenbüttel und Wilhelmsbad setzte er sich für Reformen ein. Über Marquis Constanzo schloss
er sich 1780 unter dem Decknamen "Philo" zusätzlich dem
radikalaufklärerischen Illuminatenorden an. Knigge hatte den Auftrag, den Orden in Norddeutschland aufzubauen, wobei es dem rastlosen und geschickten Organisator gelang, rund 500 Mitglieder anzuwerben, in der Hauptsache Adlige und Intellektuelle. Durch den von Knigge angeworbenen Johann Christoph Bode wurde sogar Johann Wolfgang Goethe gewonnen. Nach heftigen Machtkämpfen mit Bode und Ordensgründer Adam Weishaupt wurde Knigge jedoch schon 1784 wieder ausgeschlossen. Rückblickend meintte er, die von ihm erhoffte "Erneuerung des geistigen Lebens der Nation" durch den Orden sei nicht durchführbar gewesen.
Zudem war er an der Ausarbeitung der Grundlagen des Eklektischen Bundes beteiligt. Zeit seines Lebens befasste sich Knigge mit verschiedenen Projekten egalitärer Männer- und Freundschaftsbünde; noch kurz vor seinem Tode entwarf er 1795 das Manifest eines Patriotischen Bundes. Diese vielfältigen Tätigkeiten, vor allem die prominente Rolle, die er im kurz nach seinem erzwungenen Austritt aufgelösten Illuminatenorden gespielt
hatte, machten Knigge nach der Französischen Revolution der Obrigkeit verdächtig. Er galt als gefährlicher Demokrat und Jakobiner. 1796 schickte ihm die Wiener Geheimpolizei 1796 unter dem Namen des Ex-Illuminaten Aloys Blumauer gefälschte Briefe, in der Hoffnung, aus Knigges Antwortschreiben Einblick in das Netzwerk der deutschen Anhänger der Französischen Revolution
zu erhalten.

1788 erschien die erste Ausgabe seines wohl bekanntesten Werkes Über den Umgang mit Menschen (heute einfach kurz als "Knigge" bekannt). Knigge beabsichtigte damit eine Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen, Charakteren, die einem auch Enttäuschungen ersparen sollte. Man kann seine durchdachten und weltkundigen Erläuterungen sehr wohl als angewandte Soziologie würdigen, was in den Abschnitten Über den Umgang mit Kindern, Über den Umgang mit Ärzten, Über den Umgang mit Jähzornigen, Über den Umgang mit Schurken und nicht zuletzt Über den Umgang mit sich selbst deutlich wird.

Irrtümlicherweise wurde dieses Buch späterhin als Benimmbuch missverstanden, oft nur nach Hörensagen. Dieses Missverständnis verstärkte bereits der Verlag, indem er nach dem Tode von Knigge das Werk um Benimmregeln erweiterte. Außerdem ist bekannt, dass etwa alle zehn Jahre eine neue Ausgabe herausgegeben wurde - hauptsächlich mit Kleiderregeln. Heute erwartet man von einem "Knigge" meist Hinweise, wie man Rot- zu Weißweingläsern beim gedeckten Tisch zueinander gruppiert; derlei überging Knigge selbst jedoch völlig.
Der Nachfahre Moritz Freiherr Knigge gab im Jahre 2004 in der Intention einer zeitgemäßen Adaption eine moderne Fassung des bekanntesten Werkes unter dem Titel Spielregeln. Wie wir miteinander umgehen sollten heraus.

Werke

Der Roman meines Lebens, 1781-1887, 4 Bände
Geschichte Peter Clausens, 1783-1785, 3 Bände
Über den Umgang mit Menschen, 1788
Geschichte des armen Herrn von Mildenburg, 1789
Benjamin Noldmann's Geschichte der Aufklärung in Abyssinien, oder Nachricht von seinem und seines Herrn Vetters Aufenthalte an dem Hofe des grossen Negus, oder Priesters Johannes. Göttingen 1791, 2 Bände gutenberg.spiegel.de Onlineausgabe
Des seligen Herrn Etatsrats Samuel Konrad von Schafskopf hinterlassene Papiere. 1792
Die Reise nach Braunschweig. 1792
Josephs von Wurmbrand, Kaiserlich abyssinischen Ex=Ministers, jezzigen Notarii caesarii publici in der Reichsstadt Bopfingen, politisches Glaubensbekenntniss, mit Hinsicht auf die französische Revolution und deren Folgen. Frankfurt und Leipzig 1792
Reise nach Fritzlar im Sommer 1794. 1795

Kompositionen

Konzert für Fagott, Streicher und Basso continuo F-Dur, 1776; Sechs Sonaten für Klavier, 1781;
Zwei Klavierlieder: Der stille Abend kömmt herbei und Ergreift das Werk, ihr guten Kinder, 1785/86
24.2.08 17:07





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